FINNLAND 2026 - Tag 2

Iris Bloder • 30. September 2026

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Kotka – Langinkoski – Repovesi Nationalpark – Mikkeli

Der Blick aus dem Fenster am Morgen verhieß erst einmal nichts Gutes: Regen. Viel Regen.

Also Plan A: Maritimmuseum in Kotka. Wenn das Wetter schon schlecht ist, bilden wir uns eben ein bisschen weiter. Dort angekommen, haben wir uns das beeindruckende Gebäude angesehen… von außen.

Denn eigentlich sind wir gar nicht so die Museums-Typen. Also Planänderung: Regengewand an und raus in die Natur!

Man muss schließlich Prioritäten setzen.

Unser nächster Stopp war Langinkoski, die ehemalige Fischerhütte von Zar Alexander III.  Der russische Zar war von diesem Platz am Kymijoki so begeistert, dass er sich hier Ende des 19. Jahrhunderts eine – für einen Kaiser erstaunlich bescheidene – Fischerhütte bauen ließ. Statt Prunk und Hofzeremoniell in St. Petersburg gab's hier offenbar lieber Angeln und Holzhacken.

Und ganz ehrlich: Wir verstehen ihn.

Die Stromschnellen mitten im Wald und die ganze Umgebung sind wirklich wunderschön. Und während der Zar damals vermutlich selbst für seine Verpflegung sorgen musste, hatten wir es mit dem richtig coolen Café dort deutlich gemütlicher.

Danach ging es weiter zum Repovesi Nationalpark.

Und irgendwann meinte es das finnische Wetter dann tatsächlich gut mit uns: Der Regen hörte auf!

Blöd nur, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits ausgerüstet waren, als würden wir zu einer mehrtägigen Expedition durch Lappland aufbrechen.  Regenjacke, mehrere Schichten… nach den ersten Höhenmetern war klar: VIEL. ZU. WARM.

Wir machten den 3,5 km langen Ketunlenkki-Rundweg – und der war einfach nur unglaublich cool!

Über die Lapinsalmi-Hängebrücke, durch Wälder, vorbei an Seen und richtig schönen Grillplatzerln…  Überall entlang des Weges Heidelbeersträucher und Schwammerl ohne Ende.  Teilweise hatten wir das Gefühl, wir müssten eigentlich nur einen Korb mitnehmen und könnten uns das Abendessen selbst zusammensuchen.

Ein Highlight war definitiv die Ketunlossi – eine kleine Fähre, die tatsächlich per Hand am Seil über den Sund gezogen wird.

Wir waren genau zu zweit dort… und damit war die Rollenverteilung schnell geklärt: Ich war der Fahrgast. Reini war der Fährmann.

Also durfte er uns brav am Seil auf die andere Seite ziehen, während ich mich ganz auf meine wichtige Aufgabe konzentriert habe: mitfahren und zuschauen. Service wie auf einer Kreuzfahrt… nur irgendwie anstrengender. Zumindest für einen von uns.

Repovesi hat uns wirklich begeistert.  Genau so stellt man sich Finnland irgendwie vor: Seen, Felsen, endlose Wälder, Heidelbeeren, Schwammerl und zwischendrin Grillstellen, bei denen man sofort das Bedürfnis bekommt, eine Packung Würstel aus dem Rucksack zu zaubern.

Nach unserer kleinen finnischen Wildnis-Expedition ging es schließlich weiter nach Mikkeli. Die Stadt liegt mitten in der finnischen Seenplatte – rundherum also wieder einmal Wasser, Wald und noch mehr Wasser.  Geschichtlich ist Mikkeli übrigens gar nicht so unbedeutend: Während des Zweiten Weltkriegs befand sich hier das Hauptquartier der finnischen Armee unter Marschall Mannerheim.

Unser kulturelles Tagesprogramm war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits ausreichend erfüllt.  Also: Essen und danach ab ins Hotel.


Fazit von Tag 2:

- Museen sind offenbar immer noch nicht unser Ding.

- Regen hält uns inzwischen auch nicht mehr auf.

- Reini hat einen neuen Nebenjob als Fährmann.

- Und finnische Nationalparks könnten definitiv zu einem kleinen Problem werden… weil wir jetzt in jeden einzelnen rein wollen.

Mal schauen, was Tag 3 bringt…

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